Minimalismus-Challenge

Zu viel Zeug. Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf während ich mich in meiner Wohnung umschaue. Ich bevorzuge einen minimalistischen Lebensstil, denn zu viel Kram macht mich unglücklich. All diese Sachen, die das Leben nicht leichter machen und nicht bereichern, die aber Raum in meinem Leben einnehmen und ihn verstopfen, empfinde ich als Belastung.

Dank diverser Umzüge in den letzten Jahren, habe ich meinen Haushalt nach und nach entrümpelt. Bei meinem letzten Umzug passte der Großteil meines Besitzes in meinen kleinen Hyundai I10. In meiner Wohnung gibt es weder Tische noch Stühle, meine Buchregale sind ausrangierte, flambierte Weinkisten und der bequemste Gegenstand ist mein Bett und das ist aus Pappe. Damit nicht überall ungespültes Geschirr herumsteht, besitze ich nur einen Teller und zwei Tassen. Dennoch hat sich über die letzten zweieinhalb Jahre unbemerkt wieder eine ganze Menge Zeug angesammelt – und genau diesem wird jetzt wieder der Kampf angesagt.

Die Monatschallenge

Bei der Monatschallenge geht es am ersten Januar los und an jedem Tag sortiere ich entsprechend der Tage des Monats Zeug aus. Also kommt am 1. ein Teil weg; am 2. zwei Teile; am 3. drei Teile; am 5. fünf Teile; am 12. zwölf Teile und so weiter und so fort. Bis zum Ende des Monats trenne ich mich auf diese Weise von fast fünfhundert Teilen.

Du denkst das ist viel? Der durchschnittliche, amerikanische Haushalt besitzt ca. 300.000 Teile – unsere europäischen Haushalte werden nicht viel darunter liegen.

Teil zwei der Monatschallenge ist eine digitale Entrümpelung. Nach dem gleichen, zuvor beschriebenen System lösche ich Bilder. Meine Erfahrung: Je mehr Bilder ich auf dem Handy oder Rechner habe, desto seltener schaue ich sie mir an, da zu viele von ihnen keine Bedeutung haben.

Während ich die Bilder einfach lösche, versuche ich das aussortierte Zeug nicht wegzuwerfen. Was geht, wird auf Ebay verkauft, in die Altkleidersammlung gepackt oder an Rot-Kreuz-Läden oder ähnliches gespendet. Nur weil ich es nicht mehr haben will, heißt nicht, dass es nicht irgendwer gebrauchen kann.

Die 2-für-1 Challenge

Auch die 2-für-1 Challenge ist schnell erklärt. Im kompletten neuen Jahr werde ich für jedes Teil, das ich kaufe, zwei Teile, die ich besitze aussortieren.

Das herrliche an dieser Challenge? Sie räumt nicht nur den Haushalt nach und nach auf, sie verhindert von vorneherein, dass ich unnützen Kram kaufe. Wenn du im Hinterkopf hast, dass du zwei Teile aussortieren musst, überlegst du dir sorgfältig, ob du das neue T-Shirt wirklich brauchst.

Entrümpeln mit Sinn

Warum ich mir diese Challenges auferlege? Eigentlich habe ich das in der Einleitung ja schon erklärt: Viel Zeug nimmt viel Raum im Leben ein – Raum, den ich lieber für andere Dinge offen habe. Irgendwann hörst du auf, die Dinge zu konsumieren und die Dinge beginnen, dich zu konsumieren. Sie fressen deine Zeit, du musst dich mit ihnen beschäftigen, du denkst an sie. Besitz ist meiner Meinung nach eine Illusion und zwar eine gefährliche. Wenn du dich über deinen Besitz definierst, hörst du auf, du selbst zu sein und erlaubst deinem Zeug, dir zu erzählen, wer du bist.

Spielerisch mehr Raum schaffen

Das erscheint dir etwas zu extrem? Das ist okay. Es geht bei dieser Erklärung um meine Art zu leben. Wenn du dich gerne mit Dingen umgibst und damit glücklich bist, will ich dir das gar nicht nehmen, ich weiß einfach nur, dass ich mich freier, ungebundener, weniger belastet fühle, wenn meine Wohnung leer ist. Dann bleibt mir mehr Zeit für Dinge, die mir wirklich wichtig sind und das Wenige, das ich besitze, hat einen Wert.

Mich selbst mal wieder so richtig zu entrümpeln fällt in dieser Spielform einfach leichter, außerdem gewinnt das ganze Thema dadurch eine gewisse Dringlichkeit (ich bin ein schlechter Verlierer, vor allem, wenn ich gegen mich selbst zocke). Und wenn man erstmal damit angefangen hat, macht das Entrümpeln richtig Spaß.

Du darfst mitspielen, wenn du willst

Du willst das auch mal ausprobieren, bist dir aber noch unsicher? Dann starte die Challenge im Februar, der hat 2020 zwei Tage weniger und du brauchst 61 Dinge weniger aussortieren ;-).

Auf der Seite https://www.theminimalists.com/resources/ findest du unter Minimalism Game Calendar übrigens die offizielle Erklärung zum Spiel mit einem schönen Entrümpelungskalender.

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