NibelungenULTRA Traingstagebuch – Episode 5

Wie die Zeit vergeht

Jetzt ist doch eine Menge Zeit vergangen seit meinem letzten Update bzw. seit meinem letzten Beitrag überhaupt. Das hat natürlich Gründe. Nicht dass ich faul gewesen wäre (okay, ein bisschen schreibfaul war ich schon), aber letztlich ist dieser Blog ein nettes, kleines Hobby und manchmal muss das eben zurückstecken, wenn es anderweitig viel zu tun gibt.

Ziemlich weit vorne bei den Prioritäten steht nach wie vor das Laufen, denn ich habe es mehrmals betont, ich habe einen gewaltigen Respekt vor dem NibelungenULTRA und möchte so gut wie möglich vorbereitet sein. Wenn ich also die Wahl habe, laufen zu gehen oder einen Blogeintrag zu schreiben, ziehe ich definitiv meine Laufschuhe an.

#bergzeitdaheim Kampagne

(Un)freiwillig wird man zum Gesicht einer Kampagne – was soll’s, macht ja Spaß

Dazu kam eine spontane Anfrage der Bergzeit, ob ich nicht Lust hätte einen Beitrag zum Thema Wandern von der Haustür weg für unsere #bergzeitdaheim Kampagne zu schreiben. Das mache ich natürlich gerne. Denn seien wir mal ehrlich, ein Beitrag im Bergzeit Magazin erreicht einfach eine deutlich höhere Reichweite, als ein Beitrag hier auf meinem Blog und wird sogar noch vergütet. Außerdem fand ich es zur Abwechslung sehr nett, mal wieder etwas übers Wandern zu schreiben. Das Wandern hat meinen Kopf überhaupt erst fürs Laufen geöffnet und so war das ein bisschen Back to the Basics.

Wanderurlaub vor der Haustür im Bergzeit Magazin

Auf einen Kaffee mit dem Drachentöter – an dieser Quelle soll Hagen den Siegfried erschlagen haben

Recht schnell hatte unser Marketing beschlossen, aus der #bergzeitdaheim Kampagne ein größeres Ding zu machen und mehr oder weniger freiwillig wurde ich zum Gesicht für unser Wanderbingo. Also anstatt die Zeit für einen Blogbeitrag zu haben, stand ich mit der Kamera im Bach, im Wald und am See, um kleine Clips für den Bergzeit Instagram Account zu drehen. Das war eine interessante Erfahrung, aber sehr zeitaufwändig und ein klein wenig nervig, denn egal wo ich drehen wollte, überall waren Menschen mit Hunden, Menschen mit Rädern, Menschen mit Traktoren, überhaupt viel zu viele Menschen überall.

Wandern und Produkttest

Damit ich einen authentischen Bericht für das Magazin schreiben konnte (und als Ausrede, dass ich mal wieder die Lauf- gegen die Wanderschuhe austauschen kann), begabt ich mich auch auf eine kleine Wanderung. Und was soll ich sagen, ich habe es sehr genossen.

Ganz losgelöst von Leistungserwartungen und einem Tempodruck, mit dem Rucksack auf dem Rücken und gemütlichen Schrittes wanderte ich von der Haustür weg entlang des Nibelungensteigs zum Marbach Stausee. Nicht nur weil es Thema des Beitrags war, wurde mir dabei einmal mehr bewusst, dass du nicht immer in die Ferne reise musst, um etwas zu erleben. Das Abenteuer kann direkt vor deiner Haustür beginnen, wenn du dich darauf einlässt. Es gibt so viel, was man im direkten Umfeld unternehmen und entdecken kann. Vielleicht fehlt dem Ganzen der Hauch von Exotik, aber in die Mythen und Sagen der Heimat einzutauchen, auf historischen Grenzwegen zu wandern, die eigenen Wurzeln in vertraute Erde zu bohren und aus der Quelle der eigenen Herkunft zu trinken, das kann sehr erfüllend sein.

Bei der Wanderung habe ich auch gleich wieder meine neue Isomatte dabeigehabt, denn auch hier hatte ich noch einen Auftrag offen: Einen Produkttest schreiben (der natürlich auch wieder Zeit in Anspruch genommen hat).

Wunderbar leicht und herrlich bequem – so ein Teil hat man auf jeder Tour gerne dabei

Wer Lust hat, ihn zu lesen, der findet ihn hier:

Produkttest Therm-a-Rest NeoAir Uberlite

Aus der Heimat in die Heimat

Außerdem habe ich Anfang Mai beschlossen, dass es Zeit wird, mal wieder in mein eigentliches, mein „richtiges“ Leben zurückzukehren. Aus den anderthalb Wochen Trainingscamp im Odenwald waren mittlerweile zwei Monate geworden und allmählich hatte ich das Gefühl, wieder zurück in meine neue Heimat zu müssen.

Zum Abschluss habe ich noch einen kleinen Ortsteilelauf veranstaltet. Die Challange kam von einem sehr guten Freund, nachdem ich ihm davon erzählt hatte, dass ich jede Straße in Lindenfels gelaufen sei. Die Regeln hier waren an sich recht einfach: Während eines Laufs durch alle Ortsteile von Lindenfels laufen. Wen es interessiert, es sind insgesamt sieben (und da historisch ein Teil des Weilers Faustenbach bei Ellenbach auch zur Burg Lindenfels gehört, habe ich den auch mitgenommen). Mit knapp 26 km und gut 800 Höhenmeter war das überraschend easy.

Auf der Suche nach Rhythmus

Glaub es oder nicht, nach den acht Wochen in Lindenfels ist es mir wirklich schwer gefallen, wieder in meinen Rhythmus zurück zu finden. Ich bin ein ausgesprochener Rhythmusmensch und so gerne ich das Chaos mag, so sehr folgen meine Tage einem gewissen Flow. Wann stehe ich auf, wann gehe ich ins Bett, wann esse ich, was esse ich, was esse ich wann, wann gehe ich laufen, wann ist Freizeit, wann Arbeitszeit, wann Kreativzeit? All diese kleinen Dinge folgen bei mir einem gewissen Rhythmus, der eher intuitiv als fest geplant ist. Gerade deshalb tue ich mir immer schwer, wenn ich aus diesem Rhythmus rausgerutscht bin.

Es hat eine ganze Woche gedauert, um halbwegs wieder in die richtige Spur zu kommen. Langsam bin ich wieder heimisch.

Ründchendrehen am See

Mein derzeitiges Lauftraining absolviere ich aktuell auf meinen gewohnten Runden am See entlang. Von 12 km über 20 km bis zu 30 km kann ich hier beliebig nach den Distanzen variieren, ohne groß über die genaue Strecke nachdenken zu müssen. Was mir hier etwas abgeht, sind die Höhenmeter, denn im Vergleich zu Odenwald ist hier alles relativ flach, für die Höhenmeter muss ich in die Berge fahren.

Nilpferdreiten am See – is‘ sho schee hier

Bisher habe ich das vermieden, denn alleine der Menschenandrang bei schönem Wetter am See ist mir zu viel. Kollegen haben mir berichtet, dass sich die Leute an den gängigen Hausbergen gegenseitig platttreten und irgendwie hat mich das doch ziemlich abgeschreckt. Aber nachdem mein Rhythmus wieder da ist, werde ich wohl bald wieder ein paar Abstecher in die Berge machen. Das Geheimnis liegt darin, unter der Woche an eher durchwachsenen Tagen zu gehen, dann hast du plötzlich die Welt wieder für dich alleine.

Die 100 Meilen Woche

Diese Woche bin ich im Schongang gelaufen. Nächste Woche steht die nächste Herausforderung an: Die 100 Meilen Woche. Die 100 Meilen Woche ist so ein Ding, das man als Ultraläufer mal gemacht haben muss und, wie so vieles in dieser Nische, komisch einzuordnen. Erfahrene bzw. etablierte Ultraläufer haben beim Gedanken an eine 100 Meilen Trainingswoche nur ein müdes Lächeln im Gesicht, für sie ist das Dienst nach Vorschrift. Für angehende Ultraläufer wie mich, also all diejenigen, die sich ihre Sporen noch verdienen müssen, ist sie ein Mythos.

160,934 Kilometer in einer Woche zu laufen, ist schon eine ganze Menge. Das entspricht knapp 23 Kilometer pro Tag bei sieben Trainingstagen, also mehr als einen Halbmarathon an jedem Tag der Woche. Ich bin gespannt darauf, wie sehr die kumulierten Kilometer meinen Beinen und meinem Kopf zusetzen, je weiter die Woche voranschreitet. Auf jeden Fall werde ich mal wieder etwas mehr darüber rausfinden, wie ich unter Belastung reagiere.

Diese Woche heißt es einfach nur im Schneckentempo ans Ziel und durchhalten

Darum geht es mir auch bei diesen „kleinen“ Challenges. Jede dieser Herausforderungen ist ein Meilenstein auf dem Weg zum großen Ziel, jedes Mal lerne ich mehr darüber, wie sehr ich mich fordern kann und wie weit ich bin. Außerdem halten sie den Kopf frisch. Wenn du einfach nur stupide Woche für Woche, Tag für Tag deine Trainingskilometer abspulst, stumpfst du schnell ab. Es ist schwierig über so einen langen Zeitraum, die Motivation durchgehend hoch zu halten. Solche Geschichten lockern das Training auf, außerdem geben sie mir die Möglichkeit meine aufs Laufen bezogene Bucket List abzuarbeiten.

Und sonst so?

Das gute Stück. Nicht mehr aktiv, aber immer eine Inspiration.

Nicht zuletzt durch die Ruhe, die ich beim Wandern gefunden habe, ist bei mir der Wunsch gewachsen, wieder fiktiv zu schreiben. In meinem Kopf drehen sich viele verschiedene Ideen, das Schwierige ist, sich auf eine festzulegen. Aktuell habe ich zwei Favoriten, die ich jetzt erstmal unabhängig voneinander weiterentwickeln werde, um zu sehen, auf welche ich mich einlassen will. Außerdem habe ich eine angefangene Geschichte mit ca. 140 Normseiten in der (virtuellen) Schublade liegen, an der ich weiterarbeiten könnte (wobei mir dazu gerade dir richtige Grundstimmung fehlt).

Blöderweise ist das, das nächste sehr zeitraubende Hobby, weshalb die größte Herausforderung derzeit darin besteht, das alles unter einen Hut zu bekommen.

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