Leben in Zeiten von Corona

Viel ist passiert

Nun ist doch einige Zeit seit der Veröffentlichung meines letzten Beitrags vergangen – und man, ist in dieser Zeit viel passiert. Von Normalität zu Ungewissheit – eine einzige Woche hat uns gezeigt, wie verwundbar wir sind, wie wenig wert unsere Komfortzonen und wie hilflos wir sind gegenüber einem Stresstest seitens der Natur.

Während ich hier sitze und darüber reflektiere, was das für mich, was das für uns alle bedeutet, bin ich nicht in meiner Wahlheimat am Starnberger See. Am Mittwoch nach der Arbeit stieg ich ins Auto, um zu einem Trainingscamp in meine ursprüngliche Heimat, den Odenwald, zu fahren. Als ich aufbrach, spitzte sich die Lage bereits deutlich zu, deshalb verabschiedete ich mich von meinen Kollegen mit einem spaßig gesprochenen, aber ernst gemeinten: „Mal sehen, wann ich euch wiedersehe.“ Bereits am folgenden Tag wurden wir benachrichtigt, dass alle Mitarbeiter der Verwaltung bis auf weiteres zur Heimarbeit aufgefordert sind.

Mittlerweile gleicht der Verwaltungstrakt unserer Firma einer Geisterstadt und alle Mitarbeiter sitzen im Home Office, um den Betrieb am Laufen zu halten. Ein schneller Entschluss und eine richtige Maßnahme. Tatsächlich bin ich erleichtert zu sehen, wie schnell und konsequent die Bergzeit auf die Situation reagiert hat. Alle Systeme wurden so eingerichtet, dass wir zuhause Zugriff auf alles Notwendige haben und mit unserem Team kommunizieren können; umfangreiche Krisenpläne und Maßnahmenkataloge stellen sicher, dass wir auf alle Szenarien möglichst gut vorbereitet sind.

Im Exil

Hier im verschlafenen Lindenfels bin ich gut aufgehoben. Die Region ist bisher noch gut davongekommen und obwohl Lindenfels ein wirklich hübsches Örtchen ist, verirrt sich kaum jemand von außen hierher (besonders jetzt, da sich alle wegen des Corona-Virus verbarrikadieren). Eigentlich wollte ich die Zeit neben dem Training nutzen, um meine Serie über die Diet Wars abzuschließen (was ich sicher auch noch tun werde), doch aktuell schwirren mir tausend andere Dinge durch den Kopf und bevor die nicht raus sind, werden meine Gedanken unweigerlich immer wieder dorthin zurückfliegen.

Was mir schon immer geholfen hat, wenn ich mich zu sehr verkopfe, ist darüber zu schreiben. Und genau das möchte ich hier tun. Wahrscheinlich wird es unstrukturiert und mit Sicherheit sind ein paar dieser Gedanken unpopulär, vielleicht sogar provokant – aber wer mich kennt, wird auch nichts anderes erwarten.

Stand heute

Mir selbst geht es gut und dafür bin ich sehr dankbar. Dabei geht es mir weniger um mich, ich bin äußerst zuversichtlich, dass mir der Virus keinen nennenswerten Schaden zufügen würde. Woher ich diese Zuversicht nehme? Ich bin nicht mehr taufrisch, aber dennoch jung. Außerdem, was bitte wäre all das Training, die Abhärtung, die Pflege meines Mikrobioms, das ständige Fordern meines Immunsystems wert, wenn es dann, wenn es gebraucht wird, nicht standhält?

Mir geht es dabei eher um die Menschen in meinem Umfeld. Ich möchte nicht verantwortlich dafür sein, irgendjemanden infiziert zu haben. Deshalb begrüße ich alle Sicherheitsmaßnahmen und beherzige sie auch – alles, was uns jetzt vielleicht überzogen vorkommt, wird uns unter Umständen hinterher das Leben gerettet haben.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ich den Live-Ticker sehe und die Nachrichten höre, komme ich mir vor, als stecke ich in einer Realverfilmung eines Zombie-Outbreak-Romans à la Tagebuch der Apokalypse. Alles wirkt surreal und doch irgendwie unmittelbar. Fast stündlich spürt man die Einschläge näher kommen, dabei bedroht uns der Virus nicht nur, er konsumiert uns, er breitet sich in unseren Gedanken aus, zieht all unsere Aufmerksamkeit auf sich, er bereitet uns Sorgen und verleitet uns zu irrationalen Handlungen. Er ist allgegenwärtig, dabei vergessen wir schnell: Es gibt auch noch ein Leben außerhalb von Corona.

Ich habe immer noch einen 133 km langen Ultramarathon vor mir und sehe aktuell keinen Grund, davon abzurücken. Da er kein offizieller Wettkampf ist und ich alleine in den Startblöcken stehe, um einsam über verlassene Odenwaldtrails zu laufen, ist er so sicher wie es nur geht. Natürlich kann bis September viel passieren. Wenn ich mir z.B. den Virus hole, werde ich meine Vorbereitung lange unterbrechen müssen. Aber welchen Sinn macht es, mir jetzt darüber Sorgen zu machen? Stand jetzt ist alles okay und ich bin dankbar für jeden neuen Tag, an dem es so ist. Und solange alles gut ist, bleibe ich fokussiert und konzentriere mich auf das, was ich selbst beeinflussen kann.

An dieser Stelle möchte ich auch gerne ein Video von Ethan Newberry, dem #GingerRunner teilen. Er ist selbst passionierter Läufer und jemand, dessen Videos und Dokumentationen einfach großartig sind.

Mit heruntergelassenen Hosen

Anfang der Woche, es war der 9. März und Corona ein Schreckgespenst, das aus China auf Italien übergeschwappt war und wie eine Drohung über der Welt schwebte, schaute ich den Joe Rogan Podcast. Als Gast hatte er Michael T. Osterholm PHD MPH, einen weltweit geschätzten Epidemiologen, zu Besuch. Jener Dr. Osterholm hatte vor ziemlich genau drei Jahren das Buch Deadliest Enemy veröffentlicht. In diesem Buch skizziert er nicht nur den Verlauf einer Pandemie, wie wir sie gerade erleben, er sagt ihren Verlauf zeitlich und im Detail fast komplett exakt voraus, wobei er mit Wuhan, China sogar den Ausbruchsort genau bestimmt.

Hier das benannte Interview, gerade in den ersten Minuten geht es verstärkt um Corona

Ist dieser Dr. Osterholm nun so ein genialer Hellseher? Nein, er hat das aufgeschrieben, was unter seinen Kollegen allgemeiner Konsens war. Aber warum waren wir dann nicht besser darauf vorbereitet? Warum haben wir den Eindruck, dass alle Länder weltweit von dem Virus mit heruntergelassenen Hosen erwischt wurden? Hat dieser Dr. Osterholm seine Meinung nicht mit den führenden Regierungen geteilt? Doch, das hat er. Aber die Wahrscheinlichkeit wurde als zu gering eingestuft und der Kostenaufwand für solche Krisenszenarien war zu hoch. Schließlich hätte dies bedeutet, Vorräte an Medikamenten, medizinischen Geräten und Masken anzuschaffen, es hätte bedeutet mehr Geld in die ärztliche Versorgung zu investieren, mehr Pflegekräfte auszubilden (den Beruf einer medizinischen Pflegekraft angemessen gut zu bezahlen, damit der Job wieder attraktiv wird), es hätte bedeutet pharmakologische Patente aufzuheben und wichtige Medikamente aus Kostengründen nicht nur in chinesischen oder indischen Megafabriken, sondern in kleineren, weltweit verteilten Laboren zu produzieren.

Mir hat das einmal mehr gezeigt, dass unser, auf wirtschaftliche Effizienz gepoltes System funktioniert, solange alles okay ist, wie fragil es aber in Krisenzeiten dasteht.

Aber ich möchte hier keine blinde, unreflektierte Anti-Regierungs-Polemik betreiben. Man muss den Staatsoberhäuptern zugutehalten, dass sie versuchen schnell und umsichtig zu handeln, sie lernen von der Krise und von der Erfahrung anderer. Betrachtet man außerdem die Sterblichkeit in unserem Land mit den weltweiten Zahlen, dann scheint es, dass unser Gesundheitssystem sich (zumindest derzeit) gut schlägt.

Werden wir lernen?

Ich kann nicht aufhören, mir diese Frage zu stellen. Wie wird die Welt nach dem Virus aussehen? Wie lange wird es dauern, bis wir in alte Verhaltensmuster zurückfallen, bis wir die gleichen Fehler wieder und wieder machen? Oder werden wir lernen, werden wir gezwungen zu lernen? Wir können heute noch gar nicht absehen, wie viele Menschen sterben werden. Wir wissen nicht, wie viele Unternehmen die Krise überstehen, wie viele Banken und Länder dem Druck standhalten werden. Vielleicht finden wir uns in einem halben Jahr, wenn wir den Virus überwunden haben, in einer neu geordneten Welt wieder.

Müssen wir anfangen, neu zu lernen?

Aber bereits die Bankenkrise hat gezeigt, wie schnell wir in alte Marotten zurückfallen. Wie lange hält unser historisches Gedächtnis vor? Nicht sehr lange, möchte ich behaupten. Wir haben nichts aus der Bankenkrise gelernt und auch in anderer Hinsicht reicht unser historisches Gedächtnis (und die damit verbundene Verantwortung) keine 70 Jahre zurück. Es mag nichts mit dem Virus zu tun haben, ist aber selbst eines. Mich schüttelt es, wenn ich sehe, wie in diesem Land antisemitische und rechtsradikale Tendenzen wieder in der sogenannten Mitte angekommen sind. Haben wir die Verbrechen des Dritten Reichs vergessen? Haben wir vergessen, wohin so etwas führt? Ich frage mich, woher der Hass in unserer Gesellschaft kommt.

Wir leben in einem „zivilisierten“ Land, die meisten von uns haben Arbeit, ein sicheres Einkommen, ein Dach über dem Kopf und Gesundheit – uns sollte es verdammt nochmal gut gehen und wir sollten das verdammt nochmal wertschätzen. Aber was tun wir? Wir suchen uns Feindbilder. Wir projizieren irrationale Ängste auf Menschen, die vor realen Ängsten und weit schlimmeren Krisen in die scheinbare Sicherheit geflohen sind, um in einer Shishabar oder einer Moschee ermordet zu werden. Weit schlimmere Krisen? Ich behaupte ja. Ich behaupte ein kompromissloser Bürgerkrieg, politische Verfolgung, Hungersnöte und diverse Ebolafieber-Epidemien, die zusammen mit Masernepidemien seit Jahren in Afrika herrschen(seit 2018 verstärkt vor allem in der Demokratischen Republik Kongo, davor massiv in Sierra Leone), für die Menschen dort eine größere Bedrohung sind, als das Corona-Virus für uns.

Ich wollte mit diesem Blog niemals politisch werden (obwohl ich das mit meinem Aktivismus für die Umwelt, eine nachhaltige Lebensweise und eine ethische wie ökologische und gesunde Ernährung ja bereits irgendwie bin). Aber wenn ich auf die Welt blicke, wenn ich sehe wie wir miteinander umgehen, dann kann ich nicht an mich halten – und schreiben war immer mein Ventil.

Zumindest eine Sache muss man dem Corona-Virus zugutehalten: Er erkennt uns alle als Menschen. Er macht keinen Unterschied zwischen Rassen, Klassen, Status und Ideologie, er blickt durch all das hindurch, sieht, dass wir im Grunde alle gleich sind und behandelt uns ohne Vorbehalte auch so.

Ruhe und Einkehr

Soziale Kontakte sollen wir meiden, Bars und Clubs sind geschlossen, kein Fußball ist da, um uns mit Brot und Spielen vom Leben abzulenken – am besten sollen wir für uns bleiben. Natürlich kannst du dich jetzt vor die Glotze hocken und alle verfügbaren Serien auf Netflix bingen. Du kannst dich vor den Rechner setzen und zum Erbrechen Games zocken. Du kannst den ganzen Tag über dein Smartphone gebeugt deine Daumen beim unermüdlichen Scrollen trainieren. Du kannst die Zeit aber auch nutzen und mal innehalten.

Während sich die Ausbreitung beschleunigt, verlangsamt sich das Leben, die Einschränkungen schaffen Freiräume und es liegt an uns, sie sinnvoll zu nutzen. Jetzt ist die Zeit, sich um die Familie zu kümmern, jetzt ist die Zeit endlich mal stillzustehen, jetzt ist die Zeit, die eigenen Prioritäten mal wieder neu zu ordnen. In unserer modernen Welt sind wir es gewohnt, von allen Seiten beschallt, belustigt und abgelenkt zu werden; wir werden mitgerissen vom Tempo der Gesellschaft und gehen dabei selbst oft genug verloren.

Zen im Alltag

Ich will gar nicht sagen, dass das Virus uns einen Gefallen tut, ich will nur sagen, dass die Situation nun mal so ist, wie sie ist und wenn wir Corona nicht einfach wegschnippen können, dann sollten wir in dieser Krise die Zeit nutzen, uns zu besinnen. Wir können in der Stille verzweifeln oder die Ruhe genießen. Wir können uns selbst zerfleischen oder Kraft schöpfen, um das Leben in Zukunft bewusster, dankbarer und mit größerer Wertschätzung entgegen nehmen.

Und bitte, hört auf zu hamstern, lasst euren Mitmenschen auch etwas übrig und hört auf in Krankenhäusern Desinfektionsmittel zu klauen (was leider tatsächlich passiert – so viel zur viel besungenen Solidarität).

Leute, geht raus

Nur weil wir uns isolieren sollen, heißt das nicht, dass wir uns zuhause verstecken müssen. Mein Appell: Leute, geht raus! Die Wahrscheinlichkeit, euch bei einem Waldsparziergang anzustecken, geht gleich Richtung null. Wenn ihr alleine oder mit eurem Partner und den Kindern die Natur genießt, seid ihr für euch, keine Infektionsgefahr ist in der Nähe. Und selbst wenn, in der frischen Luft hat das Virus kaum eine Überlebenschance, ausgeatmet fällt es schnell zu Boden und schadet uns nicht.

Virusfreie Zone – geht raus und genießt die Natur

Außerdem tut uns die Natur gut. Die frische Luft, die ätherischen Öle des Waldes, das grüngefilterte Licht, das nötige Vitamin D über die Sonne (wenn sie sich denn mal zeigt) stärken unser Immunsystem. So ein Spaziergang ist auch gut für die Psyche. Sei es, weil wir mal keine Meldungen hören, sei es weil die Bewegung unsere Gedanken entschleunigt, sei es, weil die frische Luft unseren Stresslevel senkt.

Deshalb: Wenn ihr könnt, solange ihr könnt, nutzt die Chance, tut euch etwas Gutes, geht raus.

Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs

Meine Angst in Bezug auf das Virus ist, dass wir darüber hinaus all die Probleme vergessen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind. Corona dominiert die Schlagzeilen und verdrängt alles andere aus unserer Agenda – und worüber nicht berichtet wird, das findet nicht statt. Was das anbelangt haben wir Menschen die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs.

Ich sag nur: Blub!

Doch nach wie vor sind Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen und suchen bei uns Sicherheit. Australien kämpft immer noch gegen die Folgen der Buschbrände. Bürgerkriege, Glaubenskriege, Rassismus und die Vernichtung unserer Lebensgrundlage sind auch jetzt noch akute, nicht gelöste Krisen. Zur industriellen Nahrungserzeugung werden Regenwälder gerodet, wodurch uns die Lunge genommen wird und niemand scheint dagegen etwas unternehmen zu wollen.

Natürlich ist es im Augenblick wichtig, den Virus so schnell wie möglich einzudämmen, aber bitte vergesst nicht, dass wir, wenn wir danach genauso weitermachen, dabei sind, in die nächste, vielleicht noch größere Krise zu stürzen.

Corona – unser bester Verbündeter beim Klimaschutz?

Ich glaube nicht an Vorsehung, ich glaube an Selbstverantwortung. Dennoch kann ich nicht umhin, darüber nachzudenken, ob der Corona-Virus nicht eine Reaktion der Natur auf unser Verhalten ist. Versteht mich nicht falsch, ich glaube nicht, dass die Natur in geheimen Sitzungen einen bewussten Plan ausgeheckt hat, wie sie uns als Spezies einbremsen kann. Aber die Natur ist ein äußerst komplexes System, das nach Homöostase (Gleichgewicht) strebt. Man sieht es in jeder Region, aus der sich der Mensch zurückzieht (das Grüne Band oder Tschernobyl als Beispiele): Nach kurzer Zeit wächst, gedeiht und gesundet die Natur in einer stabilen Balance.

Das hier ist eine meiner wilden Thesen, aber ich glaube, dass der Corona-Virus während seiner Herrschaft mehr zum Klimaschutz beitragen wird, als alle Regierungen und die Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten zustande gebracht haben.

Der Flugverkehr ist immens eingeschränkt, der Gütertransport ebenso. Wir fahren und fliegen nicht mehr unnötig durch die Welt, um uns einen schnellen Kick am Wochenende zu holen, mit dem wir im Büro vor den Kollegen angeben zu können. Die Wirtschaft schrumpft, Fabriken stehen still, die Konsumbereitschaft geht zurück. All das belastet die Gesellschaft in erheblichem Maße, aber einfach mal rein auf die Umwelt gesehen, gibt es ihr eine Verschnaufpause. Kein Klimapaket hat den CO2 Ausstoß in so kurzer Zeit derart drastisch senken können.

Aber werden wir diese Chance, diesen vorrübergehenden Reset nutzen? Denn wenn das im Trockeneis festgesetzte CO2 in die Atmosphäre gelangt, wenn weitere Waldbrände ebenfalls CO2 in die Luft blasen, wenn bis dahin unsere grüne Lunge zerstört ist und uns nicht mehr helfen kann, diese Luft zu reinigen – dann sind wir echt am Arsch.

Und nun?

Werden wir das Virus überstehen? Mit Sicherheit. Die menschliche Spezies hat sich in ihrer kurzen Zeit auf der Erde mit erstaunlichen Anpassungen auf viele neue Situationen einstellen müssen. Dabei haben wir die Pest, die spanische Grippe und grausame Kriege überstanden. Auch Corona, so grausam es derzeit wütet, wird

Wird das Leben nach Corona weitergehen wie zuvor? Wer kann das heute sagen? Wenn es nach mir ginge, wäre ich nicht böse, wenn sich etwas ändert. Vielleicht geht es nur mir so, doch schon vor dem Virus hatte ich immer mehr den Eindruck, dass wir nicht mehr lange so weitermachen können, wie wir es derzeit tun. Die Frage war ja eigentlich nur wann und was die nächste Krise auslöst. Mal ganz davon abgesehen, dass wir viele akute Krisen haben, die bei weitem noch nicht gelöst sind und alle das Potenzial haben, das Leben, wie wir es derzeit führen, auf den Kopf zu stellen.

Werden wir aus der Krise lernen? Ich hoffe es, bin aber skeptisch. Was Krisen anbelangt, funktioniert unser Gedächtnis nicht sonderlich gut, wir sind es gewohnt Probleme vor uns herzuschieben, anstatt sie anzunehmen. Wir lassen uns gerne ablenken, wir verdrängen und tun so, als sei nichts. Würden wir uns eingestehen, dass eine Veränderung notwendig ist, müssten wir viel von dem Komfort in unserem Leben aufgeben. Veränderung ist immer unbequem, Veränderung tut weh. Wenn es nicht weh tut, dann hat sich auch nichts wirklich verändert. Das klingt ernüchternder, als es ist.

Dieser Veränderungsschmerz ist nur temporär, es ist erstaunlich wie schnell sich der Mensch an eine neue Situation anpasst. Sobald diese neue Situation zu deinem neuen Normal geworden ist, wirst du dich fragen, warum du solange an der alten Norm festgehalten hast. In dem du immer wieder deinen Komfortzone verlässt, verlierst du keine Lebensqualität, nein, du erweiterst deine Komfortzone. Du erweiterst deine Souveränität, gewinnst Kraft und lernst, Krisen zu meistern.

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